Ein Tag auf dem Ring of Kerry, Irland – Die perfekte Rundfahrt ab Killarney
- tweitemeyer6
- 6. Sept. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Nov. 2025

Irland und ich haben eine lange gemeinsame Geschichte. Dort habe ich meinen Master abgeschlossen, unzählige Wochenenden damit verbracht, Regenbögen hinterherzulaufen und gelernt, dass ein bisschen Regen alles bedeuten kann, von leichtem Nieseln bis zu einem ausgewachsenen Sturm. Zwischen den endlosen grünen Hügeln, den freundlichen Menschen und den gelegentlichen Schafstaus auf der Straße hat diese Insel schnell einen Platz in meinem Herzen gefunden. Ein absolutes Highlight ist für mich der Ring of Kerry, eine rund einhundertachtzig Kilometer lange Rundstrecke entlang des Wild Atlantic Way, die alles vereint, was ich an Irland liebe: dramatische Landschaften, lokalen Charme und mehr Fotostopps, als mein Handyspeicher verkraftet. Ich habe den Ring zweimal gemacht, einmal mit einer Bustour und einmal selbst am Steuer eines Mietwagens. Sagen wir so, ein paar Kreisverkehre mussten für den Lernprozess herhalten. Beide Erlebnisse waren großartig, aber ehrlich gesagt geht nichts über die Freiheit, ihn auf eigene Faust zu erkunden. Du kannst selbst entscheiden, wann du anhältst, wann du etwas isst und wann du einfach irgendwo im Wind sitzt und die Aussicht auf dich wirken lässt. In diesem Beitrag teile ich die Route, meine Lieblingsstopps und ein paar Dinge, die ich unterwegs gelernt habe, zum Beispiel warum Geduld entscheidend ist, wenn plötzlich ein riesiger Tourbus auf einer Straße auftaucht, die eigentlich nur für ein Auto gedacht ist.
Rossbeigh Beach & Rossbeigh Overlook
Von Killarney aus brauchst du etwa 50 Minuten bis zum Rossbeigh Beach. Auf dem Weg kommst du am Kerry Bog Village Museum vorbei, aber ehrlich gesagt kannst du dir den Stopp sparen, es gibt entlang des Rings spannendere Orte. Am Strand angekommen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du fährst denselben Weg zurück und wieder auf die Hauptstraße, oder du nimmst die kleine Bergstraße R564. Sie ist sehr eng, manchmal musst du ausweichen, wenn dir Autos entgegenkommen, aber sie führt zum Rossbeigh Overlook mit einem spektakulären Blick von oben. Danach kommst du wieder auf die Hauptstraße zurück, und nur wenige Minuten später lohnt sich ein Halt am Mountain Stage Viewpoint, wo du einen großartigen Blick auf die Dingle-Halbinsel hast.

Geokaun Mountain & Skellig Cliffs
Vom Mountain Stage Viewpoint geht es weiter nach Valentia Island zum Geokaun Mountain. Die Fahrt dauert rund 45 Minuten und lohnt sich absolut. Das letzte Stück den Berg hinauf ist etwas holprig, oben zahlst du 6 Euro pro Auto. Es gibt mehrere Aussichtspunkte, aber wenn du wenig Zeit hast, fahr direkt ganz nach oben, dort ist die Sicht am besten. Danach geht es wieder runter und nur fünfzehn Minuten weiter warten die Skellig Cliffs, perfekt für einen kurzen Fotostopp mit dramatischer Küstenkulisse. Wenn du Zeit sparen willst, kannst du diesen Halt auch überspringen.

Mittagspause in Waterville
Von den Klippen sind es rund 30 Minuten nach Waterville, einem kleinen Ort, in dem schon Charlie Chaplin mit seiner Familie Urlaub machte. Für ein Mittagessen bist du hier genau richtig. Die Auswahl ist zwar nicht groß, aber das Lobster Bar and Restaurant serviert gutes Essen von Fish and Chips bis zu frischem Seafood und bietet dazu eine schöne Aussicht aufs Meer. Direkt daneben gibt es einen Souvenirladen, falls du noch ein Andenken mitnehmen möchtest.

Coomakista Pass & Sneem
Nach dem Essen geht es weiter zum Coomakista Pass Viewpoint, einem absoluten Pflichtstopp mit weitem Blick über Täler und Küste. Von dort brauchst du etwa 30 Minuten bis nach Sneem, einem bunten, entspannten Städtchen. Hier kannst du kurz durch die Straßen schlendern oder ein Gelato probieren oder einfach weiterfahren.

Moll’s Gap & Ladies View
Falls du Sneem auslässt, fährst du rund 30 Minuten weiter bis nach Moll’s Gap. Der Pass bietet ein Café und einen großartigen Blick auf die MacGillycuddy’s Reeks, Irlands höchstes Gebirge.
Von hier sind es nur noch 10 Minuten bis zu Ladies View, einem der bekanntesten Aussichtspunkte des Rings. Er erhielt seinen Namen, weil die Hofdamen von Königin Victoria im 19. Jahrhundert so begeistert von der Aussicht waren. Der Blick über die Killarney Seen ist wirklich atemberaubend, ein Fotostopp lohnt sich auf jeden Fall.


Torc Waterfall & Killarney National Park
Fünfzehn Minuten weiter erreichst du den Torc Waterfall. Ein kurzer Spaziergang führt dich zu den Wasserfällen mitten im Wald. Wunderschön, aber in der Hochsaison oft sehr voll. Je nach Zeit und Lust kannst du den Stopp machen oder einfach weiterfahren. Danach geht es durch den Killarney National Park zurück Richtung Stadt. Wenn du noch Energie hast, lohnt sich ein Abstecher zur Muckross Abbey, einem alten Franziskanerkloster mit idyllischer Lage. Oder du fährst direkt nach Killarney zurück und lässt den Tag entspannt ausklingen.

Der Ring of Kerry ist es immer wert – auch wenn das Wetter mal nicht perfekt ist. Ich bin die Strecke zweimal gefahren: einmal mit einer privaten Bustour und einmal mit dem Mietwagen. Die Bustour war gut organisiert, aber sie bleibt auf dem Standard-Ring ohne Abstecher nach Valentia Island & Co. Außerdem bist du streng an Zeiten gebunden. Mit dem Auto bist du viel flexibler, kannst selbst entscheiden, wo du hältst, und deine Zeit besser einteilen. Für mich ist das eindeutig die bessere Variante, auch wenn der Fahrer natürlich konzentriert bleiben muss. Wenn du noch einen zusätzlichen Tag in Killarney hast, empfehle ich außerdem das Gap of Dunloe. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich bin einmal mit dem Auto hineingefahren und würde es niemandem empfehlen. Die Straße ist extrem schmal, bei Gegenverkehr steckst du fest und es ist einfach nur stressig. Viel besser ist es, das Auto am Eingang stehen zu lassen und hinein zu wandern. Das dauert länger, ist aber eine großartige Erfahrung und die Landschaft dort ist schlicht atemberaubend.





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